Steuerbescheid – Was du wissen musst
Steuerbescheid – Was du wissen musst
Steuerbescheid – Was du wissen musst
☝️  Allgemeines

Steuerbescheid – Was du wissen musst

Pascal Eckel
Pascal Eckel · Aktualisiert am 28.06.2022 · 5 min Lesedauer
Steuer-Experte

Die Steuererklärung ist abgeschickt. Nun heißt es warten, bis der Steuerbescheid kommt. Wie lange dauert es aber bis der Bescheid kommt? Und wie lese ich überhaupt einen Steuerbescheid? Das alles erfährst du hier!

🚀 Das Wichtigste zum Steuerbescheid in Kürze

  • Du bekommst den Steuerbescheid in der Regel als Antwort auf deine Steuererklärung.
  • Im Steuerbescheid steht, wie hoch deine Steuerrückerstattung oder -nachzahlung ausfällt. Hoffentlich ist es eine Erstattung 🤩
  • Bei einer Nachzahlung hast du einen Monat Zeit, diese zu zahlen. Genauso lange ist auch die Einspruchsfrist.

Was ist ein Steuerbescheid?

Kurz gesagt ist der Steuerbescheid 💌 die Antwort der Finanzbehörde auf deine Steuererklärung, die du im besten Fall mit Steuerbot erstellt hast. Jeder Steuerzahler, der eine Steuererklärung abgegeben hat, bekommt also so einen Steuerbescheid. Auf diesem stehen dann alle deine Angaben, die du in der Erklärung gemacht hast und was du im besten Fall erstattet bekommst. Oder eben was du nachzahlen musst.

Du, als Steuerpflichtiger, bekommst einen Bescheid übrigens immer dann, wenn du eine Steuererklärung abgibst. Aber du kannst auch einen Steuerbescheid bekommen, wenn du keine Erklärung abgegeben hast 😱 Das passiert wenn du zur Abgabe verpflichtet warst, aber deiner Pflicht nicht nachgekommen bist. Steuerzahler werden also vom Finanzamt geschätzt, wenn sie keine Steuererklärung abgeben.

So liest du deinen Steuerbescheid

Keine Sorge, um einen Bescheid lesen zu können, musst du nicht Nächte lang das Steuerrecht studieren. Steuerbescheide sind immer gleich aufgebaut und daher auch nicht all zu schwer zu lesen, wenn man sich den Bescheid mal genauer ansieht.

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🗣️ Kopfzeile

In der Kopfzeile des Bescheids findest du immer die Angabe deiner Steuer-ID, deiner Steuernummer und das Finanzbehörde, die den Bescheid erstellt hat. Regelmäßig ist das das Finanzamt, in dessen Zuständigkeitsgebiet du wohnst.

🏠 Anschrift des Steuerpflichtigen und Bezeichnung

Hier findest du deine Anschrift und die Steuerart, für die der Bescheid festgesetzt wird. In der Regel wird das der Bescheid von Jahr XXXX für Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer sein. Einfach gesagt – es handelt sich um einen Einkommensteuerbescheid.

🧾 Steuerfestsetzung

Die Steuerfestsetzung ist eine kurze Berechnung deiner Steuerrückerstattung oder -nachzahlung. Du siehst dort, was du an Steuern gezahlt hast, um was für eine Steuerart es sich handelt und was tatsächlich fällig ist. Meistens steht hier die gezahlte Lohnsteuer und die Steuer, die tatsächlich für dein Einkommen festgesetzt wird. Es ist also sozusagen die Rechnung vom Finanzamt. Hier steht auch etwas davon, dass der Bescheid vorläufig ist. Das wird Vorläufigkeitsvermerk genannt und ist nicht weiter wichtig. Diese Klausel findet sich in jedem Bescheid. Das steht dort, weil manche Musterverfahren bei Finanzgerichten noch nicht abgeschlossen sind und deswegen alle Bescheide dahingehend vorläufig sind.

🧮 Besteuerungsgrundlagen

Wenn du deinen Bescheid auf Abweichungen überprüfen möchtest, sind die Besteuerungsgrundlagen der wichtigste Teil des Bescheids für dich. Im Prinzip ist es die genaue Berechnung deiner Steuerlast.

Dort findest du deine Einkünfte, deine Werbungskosten und deine Ausgaben für Versicherungen und weitere Sonderausgaben. Du kannst hier also sehen, wie das Finanzamt jeden Sachverhalt, den du angegeben hast, beurteilt hat. Wusstest du, dass den Finanzbehörden viele Daten über deine Einkünfte schon vorliegen? Dein Lohn, gezahlte Lohnsteuer oder eventuell erhaltene Renten werden nämlich von Arbeitgebern, Versicherungen und Rentenkassen bereits elektronisch an das Finanzamt übermittelt. Die Angaben dort kannst du mit deinen Angaben in deiner Steuererklärung vergleichen und herausfinden, wo das Finanzamt abgewichen ist.

📝 Erläuterungen

Das ist wohl der längste Teil eines jeden Bescheids. Dort schreibt das Finanzamt die Begründungen für Abweichungen rein, wenn es denn Abweichungen gab. Sollte das Finanzamt bei einem Sachverhalt noch nicht ganz sicher sein, nimmt es hier auch einen Vorläufigkeitsvermerk auf. Das ist aber sehr selten. Zum Großteil bestehen die Erläuterungen nur aus Vermerken zu offenen Rechtsprechungen bei Finanzgerichten, die Steuerart betreffend, in denen noch kein Urteil gefällt wurde und dass die Bescheide deswegen teilweise vorläufig sind.

Spezifische Erläuterungen zu Abweichungen finden sich meistens ganz oben im Block der Erläuterungen.

👣 Fußzeile

In der Fußzeile steht die Anschrift der Finanzbehörde, die den Bescheid erlassen hat und ganz wichtig, falls du eine Nachzahlung tätigen musst, die Bankverbindung des Finanzamts.

Was mache ich mit dem Steuerbescheid?

Wenn du deine Steuerrückerstattung erhalten oder die fällige Nachzahlung getätigt hast, kannst du den Bescheid schreddern, verbrennen oder das tun, was dir mit dem Stück Papier einfällt. Es gibt keine Aufbewahrungspflicht für Privatpersonen. Als vorbildlicher Steuerpflichtiger solltest du ihn aber aufbewahren. Sicher ist sicher 😉

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Solange braucht es bis zur Erstattung oder Nachzahlung

📈 Erstattungen aus deinem Steuerbescheid

Oftmals trifft die Steuerrückerstattung am selben Tag auf deinem Konto ein, an dem du auch den Bescheid bekommst. Ansonsten sollte es nicht länger als eine Woche dauern. Falls doch, dann schadet es nicht beim Finanzamt mal nachzuhaken. Das ist übrigens dein gutes Recht als Steuerpflichtiger, also keine Angst. Lass den Finanzbeamten aber lieber ein bis zwei Wochen Zeit. Sollte bis dahin nichts angekommen sein, dann hack einfach mal nach.

📉 Nachzahlungen aus deinem Steuerbescheid

Steuerzahler, die nachzahlen müssen, haben eine Zahlungsfrist von einem Monat ab dem Bescheiddatum. Endet die Frist an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag rutscht das Fristende automatisch auf den nächsten Werktag.

Der Einspruch – So gehst du vor, wenn das Finanzamt Fehler gemacht hat

Es gibt Abweichungen, mit denen du nicht einverstanden bist? Das Finanzamt hat einen Sachverhalt anders behandelt, als er von dir angegeben wurde? Du bist nicht einverstanden mit der Steuerfestsetzung? Ein Steuerbescheid stellt einen sogenannten Verwaltungsakt dar. Als Rechtsmittel kann dagegen Einspruch eingelegt werden. Das steht so in den Steuergesetzen und ist damit dein gutes Recht. Du solltest es unbedingt wahrnehmen, wenn das Finanzamt Sachverhalte anders beurteilt hat.

Voraussetzungen für einen Einspruch gegen den Steuerbescheid

Natürlich kannst du nicht einfach grundlos einen Einspruch gegen deinen Bescheid einlegen. In den Steuergesetzen lassen sich die Regeln finden, nach denen ein Einspruch wirksam ist. Zwei Dinge sind besonders wichtig beim Einspruch. Die Frist und die Begründung des Einspruchs.

Dein Einspruch muss innerhalb von einem Monat ab dem Datum, an dem du den Steuerbescheid erhalten hast, eingelegt werden. Diese Frist musst du unbedingt beachten. Danach ist die Steuerfestsetzung bestandskräftig und kann nicht mehr geändert werden.

Die Begründung ist die zweite wichtige Voraussetzung für einen erfolgreichen Einspruch. Du musst den Finanzbeamten sozusagen klar machen, dass deine Ansicht begründet ist und der Steuerbescheid deswegen geändert werden muss. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn das Finanzamt Ausgaben streicht, du aber Nachweise für diese Ausgaben hast. Ohne Begründung kann das Finanzamt den Steuerbescheid nicht bearbeiten.

Gründe für einen Einspruch gegen den Steuerbescheid

Viele Gründe für einen Einspruch gibt es nicht. Entweder du bist nicht mit der Festsetzung der Finanzbehörde einverstanden oder die Finanzbehörde hat einen rechtlichen Fehler gemacht. In beiden Fällen ist ein Einspruch auf jeden Fall gerechtfertigt.

📧 So kannst du Einspruch einlegen

Damit du dir keinen Kopf darum machen musst, wie ein Einspruch aussehen soll, findest du hier ein kleines Muster. Hier musst du nur deine Daten und deine Begründung einfügen. Deinen fertigen Einspruch kannst du dann per Post oder E-Mail an das Finanzamt schicken. Übrigens lohnt es sich, immer freundlich zu bleiben, Finanzbeamte sind auch nur Menschen 😉

Adresse Finanzamt

Adresse von dir

Einspruch gegen die Steuerfestsetzung für das Jahr XXXX vom XX.XX.XXXX. Steuernummer: XXX/XXX/XXXXX. Steueridentifikationsnummer: XXXXXXXXXXX

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lege ich Einspruch gegen oben genannte Steuerfestsetzung ein. Im Folgenden finden Sie meine Begründungen.

Begründungen:

Steuerbot

Das passiert, wenn der Einspruch keinen Erfolg hat

Wenn du dir mit dem Finanzamt nicht einig wirst, dann bleibt nur eine Klage vor dem Finanzgericht. Das solltest du aber nur in Erwägung ziehen, wenn du davor einen Steuerberater oder Rechtsanwalt zu Rate gezogen hast. Übrigens können dich auch Steuerberater vor Finanzgerichten in erster Instanz vertreten.

⏰ Wie lange ist die Einspruchsfrist für den Steuerbescheid?

Du hast grundsätzlich immer einen Monat Zeit um einen Einspruch gegen einen Verwaltungsakt, was der Steuerbescheid ist, einzulegen. Danach ist die Steuerfestsetzung bestandskräftig und kann nur noch in sehr speziellen Ausnahmefällen geändert werden. Die Frist beginnt am dritten Tag nach dem Datum, das auf dem Bescheid steht. Auch hier gilt: Wenn die Frist an einem Samstag, Sonntag oder Feiertag endet, rutscht das Fristende auf den nächsten Werktag. Nach diesem Zeitraum ist der Bescheid bestandskräftig und kann nicht mehr geändert werden.

Keinen Steuerbescheid bekommen? Kein Problem!

Wenn du eine Steuererklärung abgegeben hast und keinen Bescheid erhalten hast, dann hat das Finanzamt höchstwahrscheinlich deine Steuererklärung noch nicht bearbeitet. Wichtig zu wissen: Steuererklärungen des Vorjahres werden immer erst ab Mitte März des laufenden Jahres von den Finanzämtern bearbeitet.

Zur Erklärung: Das liegt daran, dass das Finanzamt erst mit der Bearbeitung loslegen kann, wenn auch alle Daten von allen Arbeitgebern und Versicherungen vorliegen. Diese müssen nämlich aufgrund der Steuergesetze viele Daten elektronisch an die Finanzbehörden melden. Dazu gehören beispielsweise deine Einkünfte, gezahlte Lohnsteuer oder Versicherungen. Für die Datenübermittlung haben sie immer bis zum 28.02. des Folgejahres Zeit.

Wenn du also Deutschlands vorbildlichster Steuerpflichtiger bist und bereits schon sehr früh die Erklärung abgegeben hast und dich fragst, warum du bisher keinen Bescheid bekommen hast. Das ist der Grund. Da können wir auch nicht mehr machen, als dich um Geduld zu bitten 😕

Du hast deinen Bescheid mittlerweile erhalten und bist nicht mit dem Ergebnis zufrieden? Dann kannst du bis zu einem Monat nach Bescheiddatum einen Einspruch einlegen. Danach ist dieser bestandskräftig und kann eigentlich nicht mehr geändert werden. Damit du weißt, welche Sachverhalte das Finanzamt anders beurteilt hat, kannst du dich bei uns unter support@steuerbot.com melden 😉

Steuerbot

Häufige Fragen 💭

Was ist ein Steuerbescheid?

Ein Steuerbescheid ist die Antwort der Finanzbehörde auf die Steuererklärung von Steuerpflichtigen. Dort findest du deine Steuerrückerstattung oder -nachzahlung und deine Einkünfte, Werbungskosten und Sonderausgaben, die vom Finanzamt berücksichtigt wurden. Auch ohne Abgabe einer Erklärung kann ein Bescheid erstellt werden, zum Beispiel wenn man zur Abgabe verpflichtet ist und dieser Pflicht nicht nachkommt.

Was mache ich mit dem Steuerbescheid?

Es gibt keine Aufbewahrungspflichten für den Steuerbescheid, du kannst diesen also entsorgen. Als vorbildlicher Steuerpflichtiger bewahrst du den Bescheid aber besser auf. Er kann für andere Sachverhalte nützlich sein, z.B. als ein Nachweis, der bei der Beantragung von Bafög verlangt werden kann.

Wie lange darf das Finanzamt für die Bearbeitung brauchen?

Einen gesetzlichen Rahmen für die Bearbeitungsdauer gibt es nicht. Das Finanzamt kann sich so viel Zeit lassen wie es benötigt. Du hast also leider keinen Anspruch darauf, dass dein Bescheid innerhalb von vier Wochen erstellt werden muss.

Wann muss ich zahlen? Wann bekomme ich meine Erstattung?

Musst du nachzahlen, dann hast du dafür einen Monat nach Erhalt des Bescheids Zeit. Bekommst du eine Steuerrückerstattung, dann landet diese oftmals an dem Tag auf deinem Konto, an dem du auch den Bescheid im Briefkasten hast.

Wie lange kann ich Einspruch einlegen?

Wie die Zahlungsfrist, liegt auch die Einspruchsfrist für Verwaltungsakte bei einem Monat nach Erhalt des Steuerbescheids.

Dein Steuerbescheid und Steuerbot 🤜 🤛

Bei Steuerbot läuft alles digital. Wenn dein Bescheid erstellt wurde, wirst du von uns per Mail informiert. Und das schon bevor der Steuerbescheid überhaupt in deinem Briefkasten liegt.

Falls es Abweichungen zu unserer errechneten Steuererstattung gibt, dann schreib uns doch unter support@steuerbot.com 🤗 Gerne hilft dir unser Team von Steuerexpert:innen weiter und antwortet dir innerhalb von 24 Stunden.

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