Der Spitzensteuersatz - der Steuersatz für Topverdiener
Der Spitzensteuersatz - der Steuersatz für Topverdiener
Der Spitzensteuersatz - der Steuersatz für Topverdiener
☝️  Allgemeines

Der Spitzensteuersatz - der Steuersatz für Topverdiener

Anja Ruzgys
Anja Ruzgys · Aktualisiert am 23.11.2022 · 6 min Lesedauer
Steuer-Expertin

Wie hängen der Spitzensteuersatz und der Mythos vom Staat als Raupe Nimmersatt 🐛 zusammen? Wer zahlt überhaupt den Spitzensteuersatz und wieso wurde er eingeführt?

Das Wichtigste zum Spitzensteuersatz in Kürze:

  • 💸
    Aktuell zahlen ca. 4 Millionen Deutsche den Spitzensteuersatz.
  • 🤑
    Der Spitzensteuersatz beträgt 42 %.
  • 💁‍♀️
    Im EU-Vergleich liegt Deutschland mit seinem Spitzensteuersatz eher im unteren Bereich.
  • 📈
    Ab einem zu versteuernden Einkommen1 von circa 60.000 € wird der Spitzensteuersatz fällig.
  • Was ist der Spitzensteuersatz?

    Wer kennt nicht die Geschichte von der kleinen Raupe Nimmersatt 🐛 die sich von Montag bis Sonntag durchsnackt bis sie kurz vor dem Platzen ist. Ähnlich könnten manche das Verhalten des Staates beschreiben, der seinen Hals scheinbar nicht voll genug bekommt und den Spitzensteuersatz am liebsten noch weiter erhöhen oder die Gehaltsgrenze, ab der man den Spitzensteuersatz zahlt, weiter senken möchte.

    In Deutschland hat jede:r seinen persönlichen Steuersatz. Geringverdiener:innen zahlen somit weniger Steuern und Topverdiener:innen dementsprechend einen höheren Steuersatz oder den Spitzensteuersatz.

    Die Grundlage hierfür bildet die Jahres-Steuertabelle. Aus der Jahres-Steuertabelle bzw. der Lohnsteuertabelle lassen sich für jedes zu versteuernde Einkommen die jeweiligen steuerlichen Abzüge ablesen. Wenn du checken möchtest, wo du in dieser Steuertabelle liegst, kannst du es dir ganz einfach auf der Seite des Bundesfinanzministeriums ausrechnen lassen.

    Wie hoch ist der Spitzensteuersatz in Deutschland und wann muss ich ihn zahlen?

    In Deutschland liegt der Spitzensteuersatz bei 42 %. Ab einen Einkommen von 58.597 € (Stand für das Jahr 2022) muss der Spitzensteuersatz gezahlt werden. Im Jahr 2021 fiel der Spitzensteuersatz ab einem Nettogehalt von 57.918 € an. Zusammenveranlagte Ehegatten zahlen im Jahr 2022 den Spitzensteuersatz ab einem zu versteuernden Einkommen von 117.194 €.

    Wenn du denkst, dass der Spitzensteuersatz schon die Spitze des Eisbergs ist, hast du bestimmt noch nichts von der Reichensteuer gehört 😁 Die Reichensteuer liegt bei saftigen 45 % und betrifft alle Moneymaker:innen ab einem zu versteuernden Einkommen von 274.613 € für das Jahr 2021. Bei zusammenveranlagten Ehegatten wird die Reichensteuer ab einem zu versteuernden Einkommen von 549.226 € gezahlt.

    Wusstest du, dass der Staat früher noch viel tiefer in die Tasche gegriffen hat 😁 Ende der 80er lag der Spitzensteuersatz bei 56 % und somit bei über der Hälfte des Einkommens - gar nicht mal so cool!

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    Wenn du der Meinung bist, dass bei dir unterjährig zu viel Steuern von deinem Gehalt einbehalten wurden, sei unbesorgt! Spätestens wenn du deine Steuererklärung machst, wird eventuell zu viel gezahlte Steuer zurückgezahlt. Darum macht es so gut wie immer Sinn eine Steuererklärung einzureichen 👍

    Der deutsche Spitzensteuersatz im Vergleich

    Im EU Vergleich liegt Deutschland 🇩🇪 mit seinem Spitzensteuersatz eher hinten. Wenn du mit dem Gedanken gespielt hast, nach Schweden 🇸🇪 auszuwandern, weil du dir ein Leben ohne die schwedischen Zimtschnecken nicht mehr vorstellen kannst – bedenke, dass der Spitzensteuersatz hier bei 55 % liegt 💸

    Auch in Portugal 🇵🇹 und Belgien 🇧🇪 liegen die Spitzensteuersätze für Topverdiener:innen deutlich höher als in Deutschland. Als Surflehrer:in in Portugal verdienst du sicher nicht so viel, dass du unter dem Spitzensteuersatz leidest, aber dafür hast du ☀️ und 🌊 ohne Ende 😁

    Wie berechnet sich der Spitzensteuersatz?

    Jetzt müssen wir unser Köpfchen ein bisschen anstrengen um die nachfolgenden Absätze zu kapieren 🧠 Aber wir wissen ja auch „Es reicht nicht im Wald 🌳 zu wohnen, Fuchs 🦊 muss man sein.”

    Aus deinem Einkommen abzüglich der Ausgaben, die du dafür hattest errechnen sich die Einkünfte. Deine gesamten Einkünfte werden vom Finanzamt zusammengerechnet. Neben deinen Einkünften als Arbeitnehmer:in hast du eventuell noch ein Häuschen, das du vermietest, Kapitalerträge oder bist nebenberuflich selbstständig? Diese Einkünfte werden ebenfalls zu deinen anderen Einkünften hinzugerechnet. Nachdem alle Einkünfte zusammengerechnet wurden, werden die Steuerfreibeträge, Werbungskosten und sonstige Pauschbeträge sowie Sonderausgaben und Vorsorgeaufwendungen abgezogen – also alle Ausgaben, die du geltend machen kannst und darfst.

    Für den verbleibenden Betrag wird dann dein persönlicher Steuersatz oder auch Durchschnittssteuersatz berechnet. gr Wenn du nach Abzug aller Einnahmen und Ausgaben beispielsweise 60.000 € erzielt hat, wird nur auf den Betrag, ab dem der Spitzensteuersatz anfällt also ab 58.597 € der Spitzensteuersatz berechnet. Der Grundfreibetrag in Höhe von 10.347 € bleibt steuerfrei. Bis zu diesem Betrag wird das Einkommen nicht versteuert. Zwischen den Beträgen 10.347 € und 58.597 € steigt der Steuersatz immer weiter an – vom Eingangssteuersatz in Höhe von 12 % bis zum Spitzensteuersatz in Höhe von 42 %.

    Man bezeichnet den höchsten Steuersatz, der für den letzten Teil deines Einkommens berechnet wird, auch Grenzsteuersatz. Der Grenzsteuersatz ist der Steuersatz, mit dem der nächste zusätzliche Euro des aktuellen zu versteuernden Einkommens versteuert wird. Somit ist der Grenzsteuersatz unter einem Einkommen von 10.347 € gleich null und danach erhöht er sich vom Eingangssteuersatz bis hin zum Höchststeuersatz.

    Wenn du dich jetzt fragst, ob du dann auf dein komplettes zu versteuerndes Einkommen die 42 % Spitzensteuersatz zahlst, können wir dich beruhigen. Du zahlst die 42 % nur für den Teil des zu versteuernden Einkommens, ab dem der Spitzensteuersatz anfällt, also ab 58.597 €. Der restliche Teil wird mit einem durchschnittlichen Steuersatz zwischen 12 % und 42 % besteuert und aus diesen Steuersätzen wird dann dein persönlicher Steuersatz von beispielsweise 27 % gebildet.

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    Das ist dein Steuersatz!

    In Deutschland gilt die Regelung, je mehr du verdienst, desto höher ist die Steuerlast, die du tragen musst. Im Einkommensteuergesetz gibt es verschiedene Tarifzonen, auch Progressionszonen genannt, in denen die Steuer unterschiedlich steigt. Man spricht hier vom Progressionsvorbehalt.

    Wenn du höhere Einkünfte hast und somit eine Progressionszone überschreitest, kommst du in die sogenannte kalte Progression. Als kalte Progression wird die Steuermehrbelastung bezeichnet, die du bei einer Gehaltserhöhung tragen musst. Obwohl man also eine Gehaltserhöhung bekommt, kann man sich weniger leisten als zuvor. Die Gründe hierfür liegen in der Steuerprogression – je mehr du verdienst, desto mehr Steuern musst zu zahlen – und an der Inflation, die dafür sorgt das Waren und Dienstleistungen immer teurer werden 😤

    Zumindest eine gute Nachricht: Ab dem Jahr 2021 soll es Änderungen an den Steuerzonen geben, wodurch die kalte Progression viele Leute nicht mehr trifft 🎉

    Folgende Progressionszonen gelten für das Jahr 2021

    1. Nullzone innerhalb des Grundfreibetrags: 0 bis 9.744 €
    2. Untere Progressionszone: 9.745 € bis 14.753 €
    3. Obere Progressionszone: 14.754 € bis 57.918 €
    4. Erste Proportionalzone: 57.919 € bis 274.612 €
    5. Zweite Proportionalzone – Reichensteuer: ab 274.613 €

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    Steuerbot und der Spitzensteuersatz

    Spitzensteuersatz, Reichensteuer – money comes, money goes – egal, ob du von einem der beiden Steuersätze betroffen bist, Steuerbot hilft dir dabei, die für dich beste Rückerstattung rauszuholen 💰

    Mit einfach verständlichen Fragen wirst du ganz persönlich und Schritt für Schritt im Chat durch die Steuererklärung geführt. Als wenn du mit einem Steuerberater über WhatsApp schreiben würdest. Dabei bekommst du hilfreiche Tipps und bei Bedarf zusätzliche Erklärungen. Du kannst keine Fehler machen! Steuerbot setzt Pauschalen an und gibt immer hilfreiche Tipps, damit du die maximale Steuererstattung bekommst.

    In nur 20 Minuten ist die Steuererklärung fertig zum komplett digitalen Versand ans Finanzamt. Und falls du an einer Stelle mal nicht weiter weißt, kannst du jederzeit unseren Support kontaktieren 👍


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    Footnotes

    1. Das zu versteuernde Einkommen ist der Betrag, der für die Steuerberechnung genutzt wird. Einfach gesagt handelt es sich dabei um alle deine Einnahmen abzüglich aller Ausgaben und Freibeträge, die in der Steuererklärung berücksichtigt werden können. Dazu gehören beispielsweise Ausgaben für deinen Beruf, gezahlte Versicherungen, die Nebenkostenabrechnung oder Freibeträge für Kinder.