Zinsen auf die Steuerrückzahlung - Das Finanzamt als Geldanlage?
Zinsen auf die Steuerrückzahlung - Das Finanzamt als Geldanlage?
Zinsen auf die Steuerrückzahlung - Das Finanzamt als Geldanlage?
🐖  Einnahmen

Zinsen auf die Steuerrückzahlung - Das Finanzamt als Geldanlage?

Pascal Eckel
Steuer-Experte
Uhr6 min Lesedauer
KalenderAktualisiert am: 29.11.2023

Das Finanzamt hat eine Zeit lang als gute Kapitalanlage gedient. Zumindest wenn man eine hohe Steuererstattung zu erwarten hatte. Denn seit 1961 lag der Zinssatz bei satten 6 Prozent. Seit 2019 hat sich dies jedoch aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts drastisch geändert.

Das Wichtigste zu Zinsen im Steuerbescheid in Kürze:

  • 📈
    Bis zum Steuerjahr 2018 gab es 6 % Zinsen pro Jahr auf die Steuererstattung oder Steuernachzahlung.
  • 📉
    Seit dem Steuerjahr 2019 sind es nur noch 1,8 %.
  • Wer nicht zur Abgabe verpflichtet und geduldig ist, der kann von den Zinsen profitieren.
Fakten

1
  Zinsen vom Finanzamt

Im Paragraphen 233a der Abgabenordnung ist geregelt, dass Steuererstattungen und Steuernachzahlungen zu verzinsen sind 🪙 Je nachdem, ob man eine hohe Steuerrückzahlung bekommt oder eine Steuernachzahlung zu erwarten hat, kann die Freude darauf unterschiedlich ausfallen 😅

2
  Zinslauf und Zinshöhe

Während der Zinslauf ebenso in Paragraph 233a der Abgabenordnung geregelt ist und dieser 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres 🗓️ beginnt, in dem die Steuer entstanden ist, so ist die Höhe der Zinsen im Paragraphen 238 der Abgabenordnung zu finden.

Wichtig ist dabei zu wissen, dass ab 2019 die Zinsen massiv reduziert wurden, nachdem die Verhältnismäßigkeit beim Bundesverfassungsgericht angefochten wurde. Dadurch wurden die Zinsen an den Leitzins der Europäischen Zentralbank angepasst.

So gab es bis zum Steuerjahr 2018 Zinsen in Höhe von 6 Prozent pro Jahr, welche dann ab dem Steuerjahr 2019 auf 1.8 Prozent pro Jahr reduziert wurden.

Symbolbild Zinsen vom Finanzamt

Beispiel

Zinsberechnung

Steuerjahr: 2018

  • 📨
    Datum der Abgabe: 20.11.2021
  • 🗓
    Datum der Steuerfestsetzung: 11.03.2022
  • 🤑
    Höhe der Steuererstattung: 1.200 €
  • Beginn des Zinslaufes ab 01.04.2021
  • Monate der Verzinsung: 12 Monate
  • 🧮
    Berechnung der Zinsen: 1.200 € x 0,5 % x 12 Monate = 72 €
  • Steuerjahr: 2020

  • 📨
    Datum der Abgabe: 16.02.2023
  • 🗓
    Datum der Steuerfestsetzung: 28.06.2023
  • 🤑
    Höhe der Steuererstattung: 2.950 €
  • Beginn des Zinslaufes ab 01.04.2023
  • Monate der Verzinsung: 3 Monate
  • 🧮
    Berechnung der Zinsen: 2.950 € x 0,15 % x 3 Monate = 13,28 €
  • Beispiel

    3
      So profitierst du von den Zinsen!

    Wenn du von den Zinsen profitieren möchtest, dann geht dies leider nur, wenn du nicht zur Abgabe verpflichtet bist und bis zum Ende der Festsetzungsfrist warten kannst. Oder du bist zur Abgabe verpflichtet und das Finanzamt lässt sich sehr viel Zeit 😴 mit der Bearbeitung deiner Steuererklärung.

    Wenn du also nicht zur Abgabe verpflichtet bist und zum Beispiel für die Abgabe der Erklärung von 2022 bis zum 31.12.2026 wartest, dann könntest du das Maximale an Zinsen herausholen. Denn dazu kommt dann noch die Dauer, die das Finanzamt für die Bearbeitung benötigt und der Zinslauf endet erst dann, wenn der Steuerbescheid erstellt wurde.

    Hinweis

    Fazit

    Während Zinsen auf die Steuerrückerstattung natürlich eine schöne Sache sind, kannst du nie darauf setzen, dass die Bearbeitung so lange dauern wird. Für dich lohnt es sich also, die Steuererklärung einfach so schnell abzugeben, wie es für dich möglich ist. Versuch es doch mal mit Steuerbot, dann dauert die Steuererklärung nur noch 20 Minuten und es gibt wirklich keinen Grund, um die Steuererklärung aufzuschieben 😉

    Sprechblase

    Häufig gestellte Fragen zu Zinsen im Steuerbescheid

    Muss man die Zinseinnahmen versteuern?

    Die Erstattungszinsen werden wie eine Auszahlung von Dividenden oder Zinsen einer Bank behandelt. Diese sind also in der Erklärung von dem Jahr als Kapitalerträge anzugeben, in dem du diese erhalten hast.

    Muss man die Zinsen beantragen?

    Die Zinsen werden vom Finanzamt automatisch berechnet und festgesetzt. Du musst also keinen Antrag auf Verzinsung beim Finanzamt stellen.

    Gilt dieser Zinssatz auch für Nachzahlungen?

    Der Zinssatz gilt ebenso für Steuernachzahlungen. Wenn du also zu lange mit der Abgabe wartest und weißt, dass eine Nachzahlung dich erwartet, dann wird es gleich nochmals teurer.

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