Pendlerpauschale – So sparst du Steuern mit dem Arbeitsweg
Pendlerpauschale – So sparst du Steuern mit dem Arbeitsweg
Pendlerpauschale – So sparst du Steuern mit dem Arbeitsweg
💼  Pauschalen

Pendlerpauschale – So sparst du Steuern mit dem Arbeitsweg

Pascal Eckel
Steuer-Experte
Uhr7 min Lesedauer
KalenderAktualisiert am: 12.02.2024

Der Arbeitsweg ist ein notwendiges Übel und gehört für die meisten Arbeitnehmer zum Alltag. Da der Weg zur Arbeit allerdings notwendig für deinen Beruf ist, kannst du die Kosten dafür über die Pendlerpauschale abrechnen und Steuern sparen 🤩

Das Wichtigste zur Pendlerpauschale in Kürze:

  • 📈
    Steuererklärung ab 2022: Die Pendlerpauschale wurde auf 38 Cent ab dem 21. Entfernungskilometer erhöht.
  • 🔜
    Steuererklärung 2021: Ab dem 21. Entfernungskilometer beträgt die Pendlerpauschale 35 Cent.
  • 🔙
    Steuererklärung vor 2021: Die Pendlerpauschale lohnt sich ab einer einfachen Wegstrecke von 15 km und beträgt immer 30 Cent.
  • 🚎
    Benutzt du ein Auto ist die Höhe der Pauschale unbegrenzt. Nutzt du den ÖPNV darfst du die tatsächlichen Kosten oder maximal 4.500 € geltend machen.
  • 👔
    Bei Dienstreisen ist der Hin- und Rückweg absetzbar.
  • 🏘
    Bei doppelter Haushaltsführung aus beruflichen Gründen, dann darfst du pro Woche eine Fahrt zum Lebensmittelpunkt geltend machen.
Fakten

1
  Wichtiges zuerst: Höhere Pendlerpauschale seit 2022!

Eigentlich war es vorgesehen, dass die Pendlerpauschale von 38 Cent ab dem 21. Entfernungskilometer erst ab 2024 gilt. Durch die steigenden Energiepreise wurde die erhöhte Pendlerpauschale bereits vorzeitig als gültig erklärt. Das bedeutet für dich, dass du als Fernpendler bereits mit der Steuererklärung für 2022 noch mehr profitierst.

Symbolbild Pendlerpauschale

2
  Höhe der Pendlerpauschale

Im Einkommensteuergesetz ist festgelegt, dass du pro Entfernungskilometer – damit ist die einfache Strecke gemeint – jeweils 30 Cent geltend machen darfst. Ab dem 21. Kilometer sind es sogar 35 Cent. Dabei ist es egal, ob du zur Arbeit 🏃 läufst, den 🚲 Drahtesel nimmst, mit der 🚆 Bahn pendelst oder mit dem 🛻 Auto fährst.

Was du dabei jedoch wissen solltest ist, dass wenn deine tatsächlichen Kosten für den ÖPNV höher sind als die Pendlerpauschale, die höheren tatsächlichen Kosten automatisch berücksichtigt werden.

Entwicklung der Pendlerpauschale

  • Pendlerpauschale bis 2020: Grundsätzlich waren immer nur 30 Cent pro Entfernungskilometer absetzbar.
  • Pendlerpauschale 2021: Die Pendlerpauschale wurde ab dem 21. Entfernungskilometer auf 35 Cent erhöht.
  • Pendlerpauschale ab 2022: Die Änderung der erhöhten Pauschale von 35 Cent auf 38 Cent ab dem 21. Entfernungskilometer wurde von 2024 auf 2022 vorgezogen.

3
  Pendlerpauschale berechnen – So geht's!

Nehmen wir hier mal Bezug auf eine fiktive Person. Diese wohnt in Kleinostheim in Bayern und arbeitet bei einem Unternehmen in Frankfurt am Main. Die kürzeste Strecke mit dem Auto liegt bei ca. 50 Kilometer.

Für diese Person bedeutet das, dass sie täglich eine Pendlerpauschale in Höhe von 16,50 € geltend machen kann.

Die Berechnung sieht so aus:
(Teilstrecke bis 20 km x 0,30 €) + (Teilstrecke ab 21 km x 0,35 €)

Bei einer 5-Tage-Woche, bei welcher pauschal mit 📆 230 Arbeitstagen gerechnet wird, sind das ganze 3.795 €. Ein Jahresticket für diese Strecke im Nahverkehr würde 1.902 € kosten. Somit lohnt sich die Pendlerpauschale viel mehr als der Ansatz des Tickets für den ÖPNV. Wenn die Person also den ÖPNV nutzt, dann zahlt sie dafür 1.902 €. In der Steuererklärung können aber 3.795 € angegeben werden.

Wie du bei der Berechnung siehst, kannst du nur die einfache Strecke, also nur den Hinweg geltend machen. Und noch eine Besonderheit ist, dass wenn du kein Auto verwendest, du maximal 4.500 € geltend machen kannst, außer die tatsächlichen Kosten für den ÖPNV sind höher. Verwendest du hingegen ein Auto ist der Abzug immer unbegrenzt.

👉 Wenn du keine Lust hast, die Pendlerpauschale selbst zu berechnen, dann kannst du auch einen Pendlerpauschalen-Rechner verwenden.

4
  Besonderheiten der Pendlerpauschale

🚄 Dienstfahrten

Hier profitierst du gleich mehrfach! Denn einerseits kannst du diesmal nicht nur den Hinweg, sondern auch den Rückweg geltend machen und dann kommen die Verpflegungsmehraufwendungen auch noch obendrauf. Bei einer Fahrt von Frankfurt nach Berlin liegen wir bei einer einfachen Strecke von 551 km. Da hierbei Hin- und Rückweg geltend gemacht werden können läuft die Berechnung der Pendlerpauschale so ab:

Berechnung der Pendlerpauschale
551 km x 0,30 € x 2330,60 €

Wie du siehst, wird bei dieser Berechnung nicht die erhöhte Fahrtkostenpauschale angewendet. Das liegt daran, dass die erhöhte Pendlerpauschale nur den Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte vorbehalten ist.

🏘️ Doppelte Haushaltsführung

Hast du eine doppelte Haushaltsführung, weil dein Job es nicht anders zulässt, dann darfst du wöchentlich eine sogenannte Familienheimfahrt absetzen. Damit sind die Fahrten zwischen der Wohnung an der ersten Tätigkeitsstätte und dem Lebensmittelpunkt gemeint. Auch hier gilt, dass nur mit der Pauschale von 30 Cent pro Entfernungskilometer gerechnet werden darf. Im Vergleich zur Dienstreise ist hierbei die Rückfahrt jedoch vom Abzug ausgeschlossen.

5
  Höchstbeträge und Nachweise bei der Entfernungspauschale

Zunächst einmal kann gesagt sein, dass es keine Höchstgrenze gibt, wenn du mit dem eigenen Auto fährst. Das heißt, du kannst die Wegstrecke von zu Hause bis zur Arbeitsstätte absetzen, ganz egal wie viel dich der Weg jedes Mal kostet. Das gilt allerdings nicht für die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, denn hier gibt es eine Obergrenze von 4.500 € 😅

Auch Nachweise brauchst du glücklicherweise in den meisten Fällen nicht. Solltest du mehr als 4.500 € mit der Entfernungspauschale absetzen wollen, kann es in einigen Fällen zu Nachfragen kommen. Viel häufiger kommt es jedoch zu Nachfragen, wenn du** mehr als 230 Arbeitstage** (bei einer 5-Tage-Woche) oder mehr als 280 Arbeitstage (bei einer 6-Tage-Woche) angibst. Für diese Fälle ist die Führung eines Fahrtenbuchs die beste Entscheidung.

6
  Die Mobilitätsprämie und die Pendlerpauschale

Die Mobilitätsprämie ist ein – sagen wir mal – sehr spezielles Thema 😅 Sie hängt direkt mit der Pendlerpauschale zusammen. Davon profitieren jedoch nur Geringverdiener, die lange Strecken von über 21 Kilometer pendeln müssen und deren zu versteuerndes Einkommen den Grundfreibetrag unterschreitet. Für die Höhe der Mobilitätsprämie ist die Bemessungsgrundlage entscheidend, welche die Höhe der Fahrtkosten für die Strecke ab dem 21. Entfernungskilometer ist.

Beispiel

Person A hat ein zu versteuerndes Einkommen von 8.256 € und fährt an 200 Tagen im Jahr eine Strecke von 33 Kilometern zur ersten Tätigkeitsstätte. Dazu kommen noch sonstige Werbungskosten in Höhe von 545 €.

Berechnung der Werbungskosten
200 Tage x 20 Kilometer x 0,30 €1.200 €
200 Tage x 13 Kilometer x 0,35 €910 €
Höhe der Entfernungspauschale2.110 €
Sonstige Werbungskosten545 €
Summe Werbungskosten2.655 €

Die Höhe der Bemessungsgrundlage liegt hierbei bei 910 €. Diese wird nun dadurch begrenzt, dass maximal die Differenz zwischen Grundfreibetrag und zu versteuerndem Einkommen als Bemessungsgrundlage dienen darf.

Differenzberechnung
Grundfreibetrag '2210.347 €
zu versteuerndes Einkommen8.256 €
Differenz2.091 €

Somit sind maximal 2.091 € als Bemessungsgrundlage für die Mobilitätsprämie zulässig, wenn da nicht noch eine andere Begrenzung wäre. Bei Arbeitnehmer:innen wird die Bemessungsgrundlage ein weiteres Mal begrenzt und zwar auf die Differenz zwischen Werbungskosten und Werbungskostenpauschbetrag.

Differenz WK und WK-PB
Summe Werbungskosten2.655 €
Höhe WK-PB1.000 €
Differenz1.655 €

Somit dürfen letztendlich maximal 1.655 € als Bemessungsgrundlage für die Mobilitätsprämie dienen. Die ermittelten 910 € liegen damit unter dem maximalen Betrag und können voll berücksichtigt werden.

Die Höhe der Mobilitätsprämie liegt bei 14 Prozent dieser Bemessungsgrundlage.

910 € x 14 Prozent = 127,40 €

Somit wird eine Auszahlung von 127,40 € stattfinden, selbst wenn die Steuererstattung bei 0 € liegt.

Beispiel

Hinweis

Fazit

Die Fahrtkostenpauschale gehört zu den unzähligen Pauschbeträgen, die du nutzen kannst, um deine Steuerlast zu senken. Doch wer, außer Steuerberater und das Finanzamt, kennt schon alle Pauschbeträge? – Steuerbot! Mit Steuerbot kannst du all diese Pauschbeträge nutzen, um Steuern zu sparen, ohne dir ewig das Steuerwissen anzueignen. Probier es doch aus und mach in nur 20 Minuten deine Steuererklärung 😉

Sprechblase

Häufige Fragen zur Pendlerpauschale

Kann man weitere Kosten für das Auto absetzen?

Neben der Pendlerpauschale kannst du deine Kfz-Haftpflichtversicherung, deine private Unfallversicherung und sogar Unfallkosten in deiner Steuererklärung angeben 🤑

Gibt es einen Unterschied zwischen der Pendlerpauschale und der Entfernungspauschale?

Nein, die Pendlerpauschale ist die Entfernungspauschale. Beide Begriffe sind legitim und werden gerne verwendet, sei also unbesorgt, wenn du einen der beiden Begriffe zum ersten Mal gehört hast 😉

Wird die kürzeste oder die schnellste Strecke für die Berechnung der Pendlerpauschale genutzt?

Eigentlich wird beim Berechnen der Penlderpauschale die kürzeste Strecke zu deiner ersten Tätigkeitsstätte genutzt. Sollte eine längere Strecke deutlich zeitsparender sein, so kannst du diese angeben. Gerade wenn man die Wahl zwischen Autobahn und Dorfstrecken hat, ist der längere Weg oftmals der deutlich schneller 🚗

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Unser Support steht dir jederzeit unter support@steuerbot.com zur Verfügung.

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