Auszahlung von Überstunden & Steuern
Auszahlung von Überstunden & Steuern
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🐖  Einnahmen

Auszahlung von Überstunden & Steuern

Pascal Eckel
Steuer-Experte
Uhr5 min Lesedauer
KalenderAktualisiert am: 16.05.2024

Überstunden macht wahrscheinlich keiner gerne, doch manchmal ist man als Arbeitnehmer aus unternehmerischen Gründen dazu gezwungen. Dabei stellt sich oftmals die Frage: Ausbezahlen lassen oder lieber abfeiern? Ob Steuern bei dieser Entscheidung eine Rolle spielen, erfährst du hier 🤝

Das Wichtigste zur Auszahlung von Überstunden in Kürze

  • 📈
    Die Auszahlung von Überstunden gehört zum laufenden Arbeitslohn, was automatisch auch zu einer höheren Steuerlast führt.
  • 🏕️
    Anstelle der Auszahlung der Überstunden kann auch ein Arbeitszeitausgleich beantragt werden.
  • 🆓
    Unter bestimmten Bedingungen kann der Überstundenzuschlag teilweise steuerfrei sein, wenn es sich z.B. um Sonn-, Feiertags- oder Nachtzuschläge handelt.
Fakten

1
  Müssen Überstunden versteuert werden?

Da Überstunden wie laufender Arbeitslohn 💸 behandelt werden, sind diese auch als solcher zu versteuern. Es gibt nur eine teilweise Steuerbefreiung für Sonn-, Feiertags- oder Nachtzuschläge.

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2
  Überstunden – Auszahlung oder Zeitausgleich?

Wenn du freiwillig oder auch aus betrieblichen Gründen Überstunden 🕘 leistest, also über dein arbeitsvertragliches Soll hinaus arbeitest, so hast du die Möglichkeit, dir diese in Form eines höheren Gehalts 💶 auszahlen zu lassen oder einen Zeitausgleich ⏳ zu beantragen.

3
  Wie wird der Lohn für Überstunden berechnet?

Die Berechnung des Lohns inklusive Überstunden ist recht simpel.

Die Formel dafür lautet:
Bruttolohn : Sollstunden x Gesamtarbeitszeit (inkl. Überstundenanzahl)

Beispiel

Martin hat einen Bruttolohn von 2.500 € im Monat und die vertraglich festgelegte Arbeitszeit liegt bei 140 Stunden. Aufgrund hoher Auftragsanzahl im Betrieb muss Martin zusätzliche 40 Stunden tätig sein.

Berechnung des Bruttolohns mit Überstunden:
2.500 € : 140 Stunden x 180 Stunden ≈ 3.214 €

Beispiel

Möchtest du nur den Lohn für die Überstunden berechnen so lautet die Formel: Bruttolohn : Sollstunden x Überstundenanzahl

Steuerbot

Oftmals reicht ein Blick in den Arbeitsvertrag

Bevor du anfängst, dich mit Zahlen herumzuschlagen, ist es meistens ratsam, erst einen Blick in den Arbeitsvertrag zu werfen. Hier sollte geschrieben stehen, ab welcher Stunde du von einer Überstunde sprechen kannst und auch, was dir pro Überstunde brutto oder netto zusteht. Erst wenn du diese Informationen nicht aus deinem Vertrag ziehen kannst, solltest du anfangen zu rechnen 🧮

In vielen Arbeitsverträgen steht, dass das Gehalt auch eine gewisse Menge an Überstunden abdeckt. Achte also darauf, ob du in einem Monat tatsächlich bezahlte Überstunden geleistet hast oder ob du lediglich die bereits abgedeckte Anzahl an Überstunden geleistet hast.

Hinweis

Sollte in deinem Vertrag stehen, dass sämtliche geleisteten Überstunden mit deinem Gehalt abgegolten sind, so solltest du mit deinem Chef sprechen, denn diese Formulierung ist laut einem BAG Urteil vom 1. September 2010 nicht erlaubt.

Hinweis

4
  Überstunden abbauen oder als Lohn auszahlen lassen? – Was ist besser?

Ob man sich die Überstunden auszahlen lassen oder einen Zeitausgleich fordern sollte, ist eine subjektive Frage, die du für dich selbst beantworten musst.

Brauchst du den Monat mal mehr Gehalt 💰 für eine etwas teurere Anschaffung? Dann lohnt sich das Auszahlen der Überstunden.

Willst du einen Monat mal mehr Freizeit 🏖️ und dabei dein volles Gehalt beziehen? Dann ist der Zeitausgleich sinnvoll. Es kommt dabei vollkommen auf die eigenen Bedürfnisse an.

Hinweis

Fazit

Überstunden: Auszahlen oder Zeitausgleich? Du siehst, die Wahl sollte sich nach deinen individuellen Bedürfnissen richten. Das Zusatzgehalt ist leicht zu berechnen, aber mit Ausnahmen für Zuschläge sind Überstunden steuerpflichtig. Ob man Überstunden nun abfeiert oder die Auszahlung nimmt, hängt davon ab, ob man mehr Gehalt für Ausgaben braucht oder lieber Freizeit bei vollem Lohn hat.

Sprechblase

Häufig gestellte Fragen zur Auszahlung von Überstunden

Können Überstunden nach einer Kündigung noch ausbezahlt werden?

Ja, das ist möglich. Solltest du jedoch bereits in einem anderen Arbeitsverhältnis stehen, dann werden diese wie eine zweite Berufstätigkeit behandelt und nach Steuerklasse 6 besteuert.

Können Überstunden verfallen?

Sofern der Verfall nicht vertraglich oder in den Betriebsregularien geregelt ist, so verjähren diese nach drei Jahren.

Wie solltest du Überstunden am besten Dokumentieren?

Sofern dein Arbeitgeber kein Arbeitszeiterfassungssystem hat welches dies tut, gibt es zahlreiche Apps die dir dabei helfen können oder du greifst ggf. auch zur altmodischen Excel-Tabelle.

Du hast Fragen zur Auszahlung von Überstunden? Schreib uns!

Unser Support steht dir jederzeit unter support@steuerbot.com zur Verfügung.

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